#02 - Der weibliche Zyklus

... Und die Bedeutung von Fetten und Salzen für deinen Hormonhaushalt! 

Jetzt hast du schon von sehr vielen Einflussfaktoren gehört, die auf deinen Stoffwechsel und damit dein Sattheitsgefühl einwirken. 

Da ist es keine Überraschung, dass auch dein weiblicher Hormonhaushalt damit im Zusammenhang steht. Oder etwa doch? 

Hat es dich schon öfter verwirrt, warum du vor zwei Wochen mit dem Essen gut ausgekommen bist, jetzt aber nicht? 

Warst du schon öfter frustriert, weil Ernährungspläne irgendwie mal funktionieren - und mal eben nicht?

Dann lohnt es sich, jetzt tiefer einzusteigen und deinen Körper im Kontext deines Zyklusses verstehen zu lernen, denn tatsächlich brauchen wir in den Phasen unseres Zyklusses auch unterschiedliche Nahrung, um satt zu werden. Du bist nicht kompliziert. Du bist nicht kaputt. 

Es ist einfach nur Zeit, deine Bedienungsanleitung zu lesen.

Nun, selbst die Wissenschaft versucht nun endlich, uns Frauen zu verstehen und uns nicht nur als „kompliziert“ und als „Ausnahmen von der Regel“ zu betrachten. Wir sind nicht „kleine Männer“ - auch unser Stoffwechsel funktioniert anders, unser Hormonhaushalt ist komplexer und während der Hormonzustand eines Mannes prinzipiell das ganze Jahr gleich verläuft, sind wir den monatlichen Zyklen unterworfen. 

Evolutionstechnisch hat das auch durchaus seinen Sinn. Ein Mann muss immer zeugungsfähig sein. 

Eine Frau hingegen hat zwei Phasen:

  1. die erste Zyklushälfte, in der unser Hormonstand recht niedrig ist, hier funktioniert unser Stoffwechsel ähnlich wie der der Männer. Unser Körper kann die Energiegewinnung aus der Glukose, also von den Kohlenhydraten gut meistern. Die Proteinsynthese funktioniert sehr gut, wenn du also an Muskelaufbau denkst, dann ist die erste Hälfte des Zyklusses genau die Zeit, in der du hart bzw. maximal trainieren solltest für die Leistungssteigerung und du gleichzeitig auch das Abnehmen recht knackig angehen kannst.

  2. Aber dann kommt die zweite Zyklushälfte, die Zeit nach dem Eisprung. Und jetzt tickt unser Körper anders. Ganz anders. 

In der Zeit nach dem Eisprung geht dein Körper erst mal davon aus: „Hey, das Ei könnte befruchtet sein!“ Wir bereiten jetzt alles darauf vor, dass es sich gut einnisten kann und wir das Baby dann auch gut versorgen können. Wenn es auch nicht befruchtet ist, wir müssen ja schließlich beständig üben, damit wir es auch wirklich können, wenn es soweit ist. So wie die Männer morgens mit der "Guten-Morgen-Latte" aufwachen und auch hier der Körper übt, bereit zu sein, wenn es dann soweit ist, so übt auch unser weiblicher Körper. Jeden Monat wieder und wieder. 

Kannst du jetzt nach dem Eisprung mit Hunger gut umgehen? Sicher nicht! Eine Hungersnot kann der weibliche Körper im Fall einer Schwangerschaft gar nicht gebrauchen. Doppelter Einsatz um jetzt an Futter zu kommen! Dementsprechend sind wir auch schneller gereizt, wenn wir nichts bzw. NICHT DAS RICHTIGE zwischen die Kiemen bekommen. 

In dieser Zeit passiert aber noch viel mehr. Unser Körper schüttet vermehrt Östrogen aus, das Hormon, das dafür sorgt, dass wir leichter Kohlenhydrate als Fett einlagern. Das Hormon, das leider generell auch bei einem Zuviel für die Einlagerung sorgt - und unsere Popos breiter werden lässt.

Jetzt verwerten wir Kohlenhydrate schlechter, dafür können wir Fett jetzt besser verstoffwechseln.

Der nun sinkende Progesteronspiegel sorgt dafür, dass wir mehr Wasser speichern (wofür wir auch mehr Salz ... viiieeel Mehr Salz!!! ... benötigen, wie du gleich noch lernen wirst), unser Blut wird verdünnt. Klar, für eine Schwangerschaft ist das äußerst wichtig.

Damit sinkt unsere Leistungsfähigkeit, wir haben jetzt eher weniger Lust, Bäume auszureißen. Auch logisch. Sollten wir schwanger sein, dann ist jetzt Energieverschwendung eher nicht angesagt, sondern alles aufzusparen für die Schwangerschaft. 

Interessanterweise zeigen die Forschungen auch, dass wir durch die bessere Fettverstoffwechselung in dieser Zeit deutlich ausdauernder werden. 

Das macht eben auch Sinn. Als Schwangere kann es mühsam werden, wenn lange Strecken zurückgelegt werden müssen. Aber vor der Zivilisierung und dem Ackerbau mussten wir das trotzdem Jahrtausende tun, um unseren erhöhten Kalorienbedarf zu decken. Wo sonst ein kurzer Sammel-Spaziergang genügt hat, um uns satt zu machen, müssen wir jetzt deutlich mehr Kilometer zurücklegen, um auch zu finden, was wir brauchen. 

Daher gilt für uns Sportlerinnen in dieser Zeit: Mehr Cardio und Kraftausdauer, anstatt an die Leistungsgrenze zu gehen. 

Jetzt beißt sich dein Körper nämlich sofort in die Muskulatur und beginnt, sie zu verwerten, anstatt sie aufzubauen, weil dein Körper viel schneller gestresst ist und mit Cortisol reagiert und gleichzeitig, weil die Proteinsynthese nicht mehr so einfach ist. Eine nochmals leicht erhöhte Proteinzufuhr ist in dieser Zeit also absolut sinnvoll. Vor allem LEUCIN, ISOLEUCIN und VALIN sollte jetzt vermehrt in deinem Aminosäurenprofil vorkommen. 

Aber nicht nur für den sportlichen Aspekt, auch die Hormone benötigen jetzt Unterstützung. Jetzt den einen oder anderen Proteinshake mehr zu nehmen macht absolut Sinn, du wirst merken, dass du weniger an PMS leidest, deine Tage viel mehr „nebenbei“ kommen und du kaum Stimmungsschwankungen hast. Vor allem die Aminosäure LEUCIN ist hier zu erwähnen, sie überwindet die Bluthirnschranke und beeinflusst deine Hormone jetzt positiv. 

Dein gesunkener Progesteronspiegel sorgt aber noch für weitere Veränderungen: Dein Körper fährt jetzt aber auch deine zentrale Körpertemperatur nach oben. Du kannst jetzt Temperaturunterschiede schlechter ausgleichen. Deshalb frierst du an Händen und Füßen im Winter schneller und im Sommer ist Hitze in dieser Zeit ätzend. 

Beim Sport kann da im Sommer ein nasses Handtuch helfen zum Kühlen, da du deine Körpertemperatur durch Schwitzen schlechter regulieren kannst. Das kann den Stress für deinen Körper deutlich lindern. Kalt Duschen hilft übrigens auch sehr, deine Regeneration zu verbessern. 

Progesteron bewirkt auch, dass Salze gehortet werden, deshalb reagiert dein Körper jetzt empfindlich auf Schwitzen. Bei Sportlerinnen ist statistisch gesehen die Dehydrierung in der zweiten Zyklushälfte deutlich häufiger als in der Ersten Zyklushälfte. 

Du hast ja jetzt schon gelernt: Nicht gegen deinen Körper kämpfen, sondern verstehen lernen und MIT ihm arbeiten! Daher gib ihm jetzt MEHR SALZ! 

Immer wieder höre ich von den Frauen: „Aber das bindet Wasser! Da nehme ich ja zu!“

Ja, das bindet Wasser. Aber du regulierst den Stress dadurch positiv (siehe Beitrag Osmanischer Stress! = Cortisolausschüttung) und DAS wiederum, hast du ja schon gelernt, verhilft deinem Körper entspannt seine Kilos loszulassen, statt panisch zu horten.

Und ganz ehrlich: Willst du lieber Wasser einlagern, oder dich vor Stress überessen und dann wieder Fett einlagern?

Richtig. Dann nehmen wir doch lieber das Wasser, das auch gleich wieder verschwindet. 

Was bedeutet das denn jetzt klipp und klar:

  • Im ersten Teil des Zyklusses wirst du dich sehr leicht tun, abzunehmen. 
  • Im Zweiten Teil nicht - hier sind ein paar Anpassungen nötig!

Du kannst jetzt dagegen ankämpfen und deinen Körper in Stress versetzen, oder du kannst damit arbeiten. Du kannst Fließen lernen, wie es unsere Weiblichkeit verlangt. Einfach dem Zyklus hingeben, keinen Widerstand leisten. Dann wird es plötzlich leicht!

Du kannst mit deinem Wissen im ersten Teil, also ab Tag 1 deiner Regel, massiv Fett abbauen und Muskeln aufbauen - ganz wie die Männer. 

Während im zweiten Teil - also ab dem Tag deines Eisprungs - dein Fokus darauf liegen sollte, deinem Körper jetzt bloß keine Hungersnot zu simulieren, damit er nicht ausflippt, du mit Fressattacken spät Abends traurig auf dem Sofa liegst, du mit schlimmen Stimmungsschwankungen zu tun hast und du am Ende mehr zunimmst, als du vorher abgenommen hast. Wie du das machst, erkläre ich dir gleich weiter unten.

Sind Gewichtsschwankungen normal? .... JAAAAAA! Während Männer konstant ihr Gewicht halten können, so wie ihr Hormonspiegel konstant ist, sind bei uns Frauen Schwankungen von 1-3 Kilos im Monat absolut normal. Je entspannter du damit umgehst und je „normaler“ du es betrachtet, desto leichter wird es für dich werden. Hör auf, gegen deine Weiblichkeit zu kämpfen. Umarme sie! Dein Körper ist ein Wunderwerk und verdient es gut behandelt zu werden! 

 

Jetzt ist es Zeit umzudenken und dich zu fragen: Welchen Vorteil hat es denn dann, eine Frau zu sein…?

Jaaaa, jetzt kommen wir genau zu dem Punkt, über den du weiter oben vielleicht schon gestolpert bist: 

Die Fettverstoffwechelung. 

Männer laufen gut auf Glukose. Bei uns Frauen verursachen sie massivste Stimmungsschwankungen. 

Nicht so beim Fett. 

Ist dir schon mal in den Sinn gekommen, dass der erhöhte Schokoladenkonsum vor der Regel gar nicht primär zwingend mit dem Zucker zu tun hat (ja, natürlich auch, aber als Suchtstoff für ein kurzes Feuerwerk im Hirn, aber nicht aus Notwendigkeit), sondern mit… Der Kakaobutter? 

Du würdest schließlich nie von selbst auf die Idee kommen 150g Butter zu essen. Aber bei einer Tafel Schokolade…? Sind 150g auch mal drin. Oder das Mandelmus… da gehen auch mal 200g dahin (meine Schwäche)

Bingo! 

Jetzt ist es an der Zeit, dass du deine Angst vor Fetten verlierst und die Weiblichkeit mit beiden Händen umarmst. Wir können besser mit den Fetten umgehen als die Männer! Mehr noch: Wir brauchen sie zum Glücklich sein! Und wir brauchen sie…. Und jetzt kommt’s: zum Fettverbrennen! Tauche deinen Löffel also tief in das Mandelmus, gibt dir noch extra Kakaobutter in deinen Bulletproof Latte und verbrenne dabei auch noch Fett!

Um also die Fettverbrennung auch in der zweiten Hälfte deines Zyklusses so richtig am Laufen zu halten, musst du jetzt also folgendes zu dir nehmen: 

  1. mehr Fett - auch Omega 3!
  2. Mehr Protein
  3. Mehr Salz und Magnesium

Habe ich erwähnt, mehr Salz? Ich meine… so richtig meeeeehr Salz. Das sind die Tage, an denen dein Schatzi sich über das für ihn gefühlt versalzene (für uns leckere) Essen wundert, oder wie meiner - er mich dann sein Essen nicht mehr salzen lässt, weil es mir zu der Zeit grundsätzlich auskommt. 

Außerdem sollte dein Salat jetzt in Olivenöl (essentielle Fettsäure) schwimmen. Und wenn du auf Chia-Pudding mit Kokosmilch stehst… Dann ist auch jetzt der richtige Zeitpunkt, ordentlich über die Strenge zu schlagen. Der fette Fisch mit viel Omega 3 sollte jetzt auf deinem Teller landen. Oder auch das fette Rind, das aus Weidehaltung (nicht Soja- oder Korn-gefüttert!) stammt, denn auch das hat Omega 3. 
Wenn du Vegetarierin bist, dann besorge dir Algen oder supplementiere mehr Omega 3. 

 

Erklärung aus der Natur:

Aus evolutionsbiologischer Sicht finde ich es eigentlich auch schlüssig. Die Weibchen haben vor allen Dingen gesammelt. Getreidekörner, Früchte, Gemüse, Kräuter. 
Alles das sind Kohlenhydrat- und Ballaststoffreiche Nahrungsmittel. Sozusagen die Zeit, in der das Weibchen nur für sich selbst sorgen muss, völlig ausreichend. Hey, Weibchen ist autark, selbstständig. Kein Mann von Nöten. Sozusagen Emanzipationszeit. 

Wenn in der zweiten Hälfte des Zyklusses das Weibchen schwanger sein könnte, dann muss die Natur dafür sorgen, dass es dem Weibchen auch gut geht. 

Hat sie ein starkes Männchen an ihrer Seite, dann schleppt der ihr jetzt so richtig fette Beute an, um sein Weibchen zu füttern. Also die Beute mit den großen Fettschwarten. Extra für sein Lieblingsweibchen.
Das Weibchen ist also gut mit Proteinen und Fetten versorgt - ihrem Körper wird signalisiert: „Hey, du hast offensichtlich einen starken Beschützer! Da kann es losgehen mit Baby bekommen! Da ist alles safe!“ Die Glückshormone werden ausgeschüttet und alles ist prima. 

Sind jetzt (also in der zweiten Zyklushälfte) aber weiterhin viele Kohlenhydrate angesagt, also das, was das Weibchen selbst für sich sammeln kann und muss (in ihrer Emanzipationsphase), dann signalisiert da jetzt dem Körper: „Oha, wo ist das Beschützer-Männchen? Allein Kinderkriegen in der Wildnis durchzuziehen ist Harakiri! Wer füttert dich im Wochenbett? Wer sorgt für dich in den Wehen? Das überlebst du nicht!“ Also drehen die Hormone durch. 

Spannenderweise sagt uns das nämlich auch die Hormonforschung, die festgestellt haben, dass Frauen, die scheinbar unfruchtbar waren, bei einer Ernährungsumstellung auf Fette und Proteine eben plötzlich DOCH schwanger werden…! Die Hormone regulieren sich scheinbar wie von selbst. Die Natur weiß schon, wie sie die Dinge regelt! Super schlau!

Satte und zufriedene Weibchen haben also viel Protein und gesunde Fette auf dem Teller. 

 

Jetzt kommt unser Problem in der Neuzeit:

Die Verwirrung über unseren eigenen Weiblichen Körper.
Nur zu häufig verbieten wir Frauen uns das Essen. „Dieser blöde Hunger! Vor zwei Wochen hat doch da Essen auch völlig genügt! Ich hab doch nichts anders gemacht! 
Dann trink ich mal lieber einen Kaffee… vielleicht hält der mich satt.“

Bitte NICHT! Der Kaffee sorgt noch weiter für eine Dehydrierung, was du im zweiten Teil deines Zyklusses nicht gebrauchen kannst... Es hat einen Grund dafür und warum ich dir diesen Impuls mit den Hormonen mit auf den Weg geben möchte, ist ganz einfach: Mach Schluss mit den Selbstkasteiungen!

Nimm an, dass du eine Frau bist und einem wunderbaren, monatlichen Zyklus unterworfen bist. Du kannst dagegen kämpfen, oder damit fließen. Die Entscheidung ist die Deine. 

Ich habe lang genug dagegen gekämpft. Ich gebe zu, ich habe die Männer beneidet. Ich wollte meine Tage auch nicht haben. Diese Schmerzen, diese Krämpfe, diese Stimmungsschwankungen. Zum Verrückt werden! Und dann auch diese Trainingsschwankungen!

Aber seit ich das mit den Proteinen weiß, ist es interessanterweise vorbei mit PMS. Seit ich um Magnesium und Salzbedarf weiß, ist es vorbei mit den schmerzhaften Krämpfen (die ich nur unter Schmerztabletten ertragen habe). Und seit ich von Omega 3 weiß, kommen meine Tage völlig „überraschend“ daher.  

Ich habe mein Trainingstagebuch durchgeackert im Kontext zu meiner Regel und festgestellt, dass ich instinktiv meistens sogar prompt am ersten Tag meiner Regel die Gewichte nach oben geschraubt habe, während ich im zweiten Teil meines Zyklusses Hemmungen hatte, weiter nach oben zu gehen, obwohl die Zahlen eigentlich dafür gesprochen hätten. Lieber mehr Wiederholungen mit weniger Gewicht. 
Außerdem ist Laufen in der zweiten Zyklushälfte viel schöner, während mir Laufen im ersten Teil des Zyklusses oft zu langweilig ist. Da muss Action her! 

Ich hatte mich lange Zeit gefragt, ob ich da einfach nur launisch bin? Wieso mache ich das nicht einfach so strategisch und nach Plan wie die Männer? 

"Kann ich denn gar keinem Rezept folgen?!“

Es macht aber für uns Frauen aber tatsächlich keinen Sinn, stur irgendwelche Ernährungs- und Trainingspläne zu verfolgen, die deiner Natur zuwider laufen, sondern deine Ernährung und dein Training auch deinen Bedürfnissen anzupassen! 

 

Und, jetzt kommt’s: Überwinde deine Angst vor Fetten!

Ich glaube, nichts hat sich tiefer in das Gehirn von uns Frauen gebrannt, als die Angst vor Kalorien, Zunehmen und am leichtesten lässt sich ja schließlich bei den Fetten sparen… die haben ja so viele Kalorien… 

Das Absurdum kommt nämlich zum Schluss: Du brauchst Fett um Fett loszulassen. 

Hab Vertrauen. Du hast gemerkt, die ersten Wochen warst du massiv am Umdenken, was die Proteine anging. Du hast gemerkt, dass die Proteine gut tun! So dass du deine Vorurteile, dass sie „für die Männer in der Muckibude sind“, ablegen konntest.

Dann hast du gelernt, dass Kohlenhydrate wie ein 500 PS Auto sind, das zu fahren gelernt sein will. Du hast gemerkt, dass du mit nur einem Refeed Day deine Hormone massiv beeinflussen kannst. Leider ist es aber mit den Kohlenhydraten auch so, dass wir uns mit zu vielen und den falschen Kohlenhydraten mit den 500 PS auch ganz schnell an den Baum fahren können.
Aber… Kohlenhydrate machen halt ein Feuerwerk im Kopf und damit auch einfach Spaß, sie sollten also nicht fehlen - nur halt richtig eingesetzt werden!

 

Jetzt kommt der letzte Baustein: Der Einsatz von Fett als Glücklichmacher. 

Dein Gehirn besteht zum Großteil (über 90%) aus Fett! Im Gehirn werden die Hormone zusammenkomponiert zu einem harmonischen Glücksgefühl, oder zu einem katastrophalen Stimmungschaos. 

Environment always wins - Das Umfeld gewinnt immer! 

Wenn dein Gehirn ausreichend mit guten Fetten versorgt wird, dann funktioniert das auch mit dem Hormonstoffwechsel in deinem Hirnkastl!
Du wirst wesentlich ausgeglichener und glücklicher sein. 

Freilich dürfen das nicht irgendwelche billigen Transfette sein, sondern sollten hochwertige essentielle Fettsäuren sein, die du in Olivenöl und Leinöl findest, in gutem fetten Fisch, in Weide-Rind. Auch kannst du Kokosöl zum Satt werden benutzen. Kakaobutter ist mega! Nussöle sind Hammer. 

Und dein Steinzeitgehirn lehnt sich zurück und veranlasst die Fettverbrennung aus den Depots. 

Sehr vereinfacht ausgedrückt. 

 

Übrigens, hier ist das Rezept zum Deprimieren und für üble Gewichtsschwankungen: 

Iss kalorienreduziert, so wenig Fett wie möglich, verlasse dich auf Kohlenhydrate und übersehe die Proteine, weil die ja für die Männer sind. Dann drehen unsere Hormone durch und du hast den Salat. (Von dem wir uns meistens in Diäten ernährt haben) 

Das hat uns Frauen über Jahrzehnte in ein falsches Verständnis von uns geführt, unsere Hormone durcheinander gebracht, uns in unseren eigenen Körpern unglücklich und ohnmächtig werden lassen und uns damit ein enormes Maß an Selbstbewusstsein gekostet. 

Fast möchte der Verschwörungstheoretiker in mir laut werden und sagen: Das ist das Rezept, um Frauen klein zu halten! Man stelle sich vor, was mit den Frauen passieren würde, wenn sie plötzlich wüssten, wie sie ihre Hormone steuern könnten, wie sie sich TOP wohl in ihrer Haut fühlen…

… ich wette, keine Frau würde sich je wieder etwas gefallen lassen. Sich auf einen Typen einlassen, der ihr nicht gut tut, nur weil sie heimlich denkt „Was besseres habe ich ja eh nicht verdient…“ 

Unser Selbstwert als Frau ist eben DOCH massiv mit unserem Körperempfinden verbunden und wenn wir den Elefant im Wohnzimmer nicht sehen - nämlich das Essen selbst, das unsere Hormone massiv beeinflusst und damit auch unsere Selbstwahrnehmung! - dann können wir auch nie zu wahrer Selbstakzeptanz gelangen. 

 

Deine Wohlfühlfigur ist nämlich gar nicht die Zahl auf der Waage, sondern der Moment, an dem du deinen Körper einfach nur über alles lieben gelernt hast, du weißt, wie du ihn gut versorgst und er dir mit Glücksgefühlen dafür dankt. 

 

Ganz einfach gesprochen: Du wirst es merken, wenn du deinen Körper richtig ernährt hast, weil du dann echte Glücksgefühle hast. 
Nicht das kurze Feuerwerk, das die Opiate oder Kohlenhydrate machen. Sondern das richtig echte, solide Glücksgefühl. Und dann brauchst du die überflüssigen Kalorien auch nicht mehr (das Strohfeuer) sondern wendest dich gerne den vollwertigen Nahrungsmitteln zu. Auch wenn sie - ähnlich wie bei den Männern - auf den ersten Blick etwas uninteressanter wirken und weniger Feuerwerk in deinem Kopf machen. Aber auf der Langstrecke zum wahren Glück steht im Vordergrund, was dir wahrhaftig gut tut und das auch unterscheiden zu lernen.

Das ist so ein bisschen, wie wenn wir den richtigen Mann gefunden haben. Dann wissen wir auch: "Das vorher war nur Strohfeuer, aber das hat nicht wirklich warm gehalten." 
Mit dem Richtigen Mann ist dann aber plötzlich ein kontinuierliches warmes Feuer ins Haus eingezogen, das weder verbrennt, noch frieren lässt. Das Gleiche gilt für’s Essen. Jage nicht mehr nach dem Strohfeuer, den Opiaten oder den Kohlehydratefeuerwerken hinterher, sondern iss das, was dich wirklich dauerhaft glücklich macht. 

Ist das eine Journey? Ja. Definitiv. Auch ich entdecke immer wieder neue Aspekte an mir und finde Punkte, an denen ich mich nicht gut versorgt habe. 

Jedoch mit einem gewaltigen Unterschied zu früher:

Ich frage mich nicht mehr: „Wo ist bei MIR der Fehler?! Warum funktioniert das nicht bei mir?!“ Was mich deprimiert zurücklässt. 

Sondern ich frage mich: „Ok, irgendwas stimmt nicht. WAS brauche ich jetzt WIRKLICH?! Wo fehlt mir was? Wie kann ich mir das geben?“ 

Manchmal stelle ich diese Frage laut. Manchmal frage ich dann Google. Oder manchmal führe ich zufällig Gespräche mit Menschen, die mir dann darauf die Antworten geben. 

 

Dieser GRUNDSATZ ist ein GRUNDGESETZ für mich geworden:

Haben wir HUNGER, dann FEHLT uns etwas ganz BESTIMMTES. Nicht WIR sind falsch, weil weil wir Hunger haben. 

Auch macht es absolut keinen Sinn, HUNGER zu BEKÄMPFEN. 

Sondern uns mit dem RICHTIGEN SATT zu machen.

 

Es macht dafür umso mehr Sinn, herauszufinden, welches DEFIZIT dir dein Körper damit aufzeigen möchte und es dir dann so schnell wie möglich zu geben, damit dein Körper nicht in Stress gerät. Fast so ein bisschen wie ein Baby zu versorgen. Nur, dass wir uns dabei selbst versorgen. 

Vielleicht hat sogar auch DAS Mutter Natur ganz schlau eingerichtet, nämlich dass wir lernen uns gut zu versorgen, um dann auch bereit zu sein, unsere Kinder gut zu versorgen. Wer weiß...

In diesem Sinne, wünsche ich dir von ganzem Herzen, dass du das hier umsetzen lernst! Es wird dir deine Welt verschönern!

 

Wenn Gott nicht gewollt hat, dass wir Salz und Fett essen, wieso hat er dann dafür gesorgt, dass beides so gut schmeckt? 

Harry Angstrom

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


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