Wie du mental stärker wirst - die Sache mit dem Schweinehund und dem inneren Dämon

 

Kennst du das? Du möchtest in Bewegung kommen (egal ob körperlich oder mental) und dann kommt die Stimme in deinem Kopf: 

 „Aaaach, jetzt nicht.“ 

„Das bringt doch eh nichts.“

„Ich habe gerade was gegessen, jetzt bin ich zu müde.“

„Ich könnte jetzt aber auch fernsehschauen…“

„Hier schaut es aber aus… ich räum mal lieber erst auf…“

„Vielleicht morgen.“

„Die Steuererklärung gehört auch noch gemacht…“ - Haha, Spaß beiseite.

Wir alle kennen sie, die Stimmen im Kopf, die uns gelegentlich das Leben richtig schwer machen. Sie halten uns davon ab, das zu tun, was wir eigentlich tun wollen. Sie lassen uns zögern, zweifeln, lassen uns niedergeschlagen zurück und machen uns sogar handlungsunfähig.

Womit haben wir es zu tun?

Es gibt dabei zwei Kategorien: 

  1. Der Schweinehund
  2. Der innere Dämon

 

Lass uns die beiden mal in Ruhe anschauen:

1. Der Schweinehund:

Er ist so missverstanden und ihm wird so oft unrecht getan, dass er es verdient, mal genau unter die Lupe genommen zu werden! Der innere Schweinehund ist nämlich die Stimme aus unserem Stammhirn. Dort geht es um Routine und um Überleben. Getreu dem Motto „Wir haben es bis hierher mit unseren Methoden geschafft, nicht umzukommen, prima! Dann lass uns doch so weitermachen!“ 

Er sorgt dafür, dass wir unsere Routine nicht verändern. Schließlich könnte eine Veränderung den Tod bedeuten!

Wenn wir also neue Gewohnheiten in unser Leben integrieren wollen, haben wir es erst einmal mit seinem Widerstand zu tun. Dieser ist keineswegs böse gemeint, sondern soll uns tatsächlich schützen vor „dahergelaufenen Unsinn“.
Deshalb erwärmt er sich so sehr für die alte Gewohnheit „Couch“ oder „Das haben wir doch immer gegessen! Wieso jetzt nicht?!“, statt die Sportschuhe anzuschnallen und los zu machen bzw. die Packung Chips nicht zu kaufen und stattdessen auf frisches Gemüse umzusteigen.

Schließlich hat er es damit geschafft, uns am Leben zu halten! Bravo! Gut gemacht!
Ist das lästig? Ja… es ist etwas mühsam gegen diesen Widerstand anzukämpfen, deshalb empfehle ich dir hier:

MACH DIR DEINEN SCHWEINEHUND ZUM TREUESTEN FREUND!

Hör ihm zu, nimm ihn ernst und dann: Überzeuge ihn von deinem neuen Vorhaben. Begeistere ihn!

Beispiel 

Schweinehund: „Ich will aber jetzt lieber auf der Couch bleiben!“

Du: „Weißt du was, ich fühle mich nach dem Sport so viel besser! Danach können wir ja immer noch auf die Couch…!“

Je mehr Vertrauen der Schweinehund zu dir bekommt, desto einfacher wird es für dich werden, neue Gewohnheiten zu integrieren. Er wird dir immer weniger Widerstand leisten und schließlich dein bester Freund werden. Es kann dir dann nämlich sehr bald passieren, dass er mit dir folgendes macht: 

DU: „Ach, heute will aber lieber auf der Couch bleiben…“

Schweinehund: „Ooooch, komm schon! Lass uns Gassi gehen! Danach können wir ja immer noch auf die Couch…!“

Du siehst also: Es lohnt sich, deinen Schweinehund in die Hundeschule gehen zu lassen und ihn sich zum Besten Freund zu machen. Er ruft dich, sobald du eine neue Routine im Leben integriert hast, sofort zur Ordnung und lässt nicht zu, dass du du von deiner Routine abweichst. - Jetzt ist es nur an dir, dass du dir förderliche Routinen zulegst! Er kann da nichts dafür, wenn du schlechte Gewohnheiten hast, denn er kann da nicht unterscheiden.

 

Kommen wir nun zu dem etwas schwierigeren Kandidaten:

2. Der innere Dämon

Gerne wird er mit dem Schweinehund verwechselt, warum dem Schweinehund so oft unrecht getan wird.
Tatsächlich liegt dem inneren Dämon nicht viel daran, dich zu schützen, sondern er sucht deine Schwachstellen und greift dich an.

Warum? - Weil er es KANN! 

Lass uns Tacheles reden: Der Dämon wird dich da packen, wo es weh tut. Es gibt auch keinen Menschen ohne Dämon. Fakt! Kein Held ohne Gegenspieler. 

Zeit, dich aufzuraffen und zu lernen, mit ihm in den Ring zu steigen!

Es lohnt sich nicht, die Ohren zuzuhalten. Es lohnt sich nicht davonzulaufen. Es lohnt sich nicht, sich tot zu stellen. 

Niemand ist über Nacht zum Helden geworden, wir alle haben unsere Niederlagen dem Dämon gegenüber erlitten. 

Das Wichtigste ist: Nicht Aufgeben!

Darum liebe ich Sport so sehr. Im Alltag ist die Dämonenstimme oft so leise und unbewusst, dass wir gar nicht hören, wie sie uns fertig macht. Beim Sport jedoch sorgen die die dahinschwindenden Körperkräfte während eines Workouts, dass die Dämonen lauter werden. Als ob die Kiste, die wir sonst mit unseren Kräften zudrücken plötzlich aufspringt, weil die Kraft nicht mehr reicht, um sie zuzuhalten. 

Und dann ist sie da: Die Chance, mit ihr umzugehen! Sozusagen Training für dich, mental stärker zu werden, deinen Dämon zu besiegen! Immer und immer wieder! Bis du stark genug bist, die Dämonen klein zu halten, dass du ihre Stimmen zur Seite schieben kannst mit einem einfachen „Aha… danke fürs Mitteilen.“ 

Hier sind ein paar Klassiker:

„Ich bin zu fett für Sport.“

„Siehst du diesen Wabbelbauch im Spiegel? Den bekommst du eh nicht weg.“ 

„Die Hose sitzt schon viel zu knapp, weil du immer so fressen musst.“

„Abnehmen hat bei dir sowieso noch nie funktioniert. Du hast einfach keine Disziplin.“ 

Der Unterschied zum Schweinehund ist IMMENS: Nach einem Wortschwall des Dämons fühlst du dich ohnmächtig, deprimiert, abgekanzelt, beschissen, traurig, unmotiviert, energielos. Am liebsten würdest du dich danach hinlegen und NICHTS mehr tun, weil eh alles "sinnlos" ist. 

Würde dir jemand auf der Straße diese Dinge sagen, du würdest dieser Person wahrscheinlich „Die Fresse polieren“. Auf alle Fälle würdest du diese Person als „Arschloch“ bezeichnen. Ob laut, oder im Kopf. 

Wichtig für dich, um ihn zu erkennen: Der Dämon ist IMMER bewertend!

Was passiert nach einem solchen „inneren Angriff“? - Die Energie ist komplett weg. Als ob du dich auf den Boden legen möchtest und nicht mehr aufstehen. 

Es hilft (ich spreche hier aus meiner Erfahrung als Therapeutin!) nichts, sich damit aufzuhalten, woher diese Stimmen nun kommen (oder wem wir sie zu verdanken haben). Keine Sorge, das interessiert die Dämonen auch nicht. Sie haben nur mal einen solchen Satz gehört und festgestellt, dass sie dich damit treffen können. Also wird er benutzt. 

Und am effektivsten ist es, dass auch DU so denkst: 

Was also tun, um wieder Energie zu bekommen und diese Stimmen stumm zu schalten?

 

Hier also meine Top 3 der Dämonen-Umgangsformen:

 

1. Hinhören, merken und sich Kontra in einem ruhigen Moment überlegen!

... da die Stimmen immer treffen, wo es weh tut (und für gewöhnlich immer die gleichen Sätze haben), kannst du dir auch in einem entspannten Moment überlegen, was du antworten könntest. 

z.B. :   

Dämon: „Du bist doch eh zu schwer, um jemals Klimmzüge zu schaffen… Das brauchst du gar nicht versuchen.“

Du: „Na, aber wenn ich jetzt nichts mache, wird sich auch nichts ändern. Und jedes bisschen ist besser als nichts…! Und irgendwann schaffe ich es dann!“

(Ich habe tatsächlich 1 1/4 Jahre gebraucht für meinen ersten richtigen Pullup!!! Bähm!!! Geschafft! Klappe halten!)

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Dämon: „Das schaffst du eh nie, du hast schon so viel versemmelt, das wirst du auch wieder in den Sand setzen. Versager.“

Du: „Wenn ich es nicht versuche, werde ich es nie wissen. Und Erfolgreiche sind schon öfter gescheitert und wieder aufgestanden, als ich es je versucht habe. Was die können, kann ich auch!“

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Dieses Kontra Geben kann soweit gehen, dass - wenn du einen tollen Antwort-Satz gefunden hast, - du dich direkt darauf freust, wann der Dämon seinen Satz vom Stapel lässt, nur damit du endlich kontern kannst!

Gelegentlich hilft es auch, sich helfen zu lassen, was du diesen Stimmen erwidern könntest. Oft haben Freunde die witzigsten Ideen und bereits beim Vorschlagen dieser Möglichkeiten nimmt dein Gelächter den Dämonen sämtlichen Wind aus den Segeln.   

Dämon: „Du Planierraupe.“

Du: „Wenn du nicht gleich die Klappe hältst, dann kommt die Planierraupe und walzt dich platt!“ (Haha, ich lach mich schon bei der Vorstellung schon schlapp!)

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Dämon: ___________________________________

Du: _______________________________________ 

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2. Leg Musik ein

Diese Methode habe ich lange Zeit völlig unterschätzt. Musik erzeugt Emotionen. Suche dir daher eine Playlist zusammen, die du am Handy immer mit dir trägst, so dass du sie wirklich immer nutzen kannst. 

Und wenn es soweit ist, dann legst du einfach deine „Feel Good!“ Musik ein. Getreu dem Motto: „Ihr könnt schon reden, ich kann euch aber nicht höööööören, denn ich höre gerade MEINEN  Song!!“ Am besten lauthals mitsingen, denn wir können nicht singen und gestresst sein gleichzeitig.

 

Gerade beim Sport ist Musik ein unschlagbares Werkzeug, um dich in beste Vibes zu versetzen, auch mal schwierige Workouts zu bewältigen.

 

Meine Favoriten sind u.a.:

 

Megan Trainor - I love me

Megan Trainor - Me too

Ellie Goulding - Love Me Like You Do

Taylor Swift - Shake it Off

David Quetta - Titanium (feat. -sia) 

Pharrell Williams - Happy

 

Für Kerle:

Robin Thicke - Blurred Lines

Mark Ronson - Uptown Funk (feat Bruno Mars)

 

Wir Frauen brauchen da eher Songs, die uns in unserer Selbstliebe unterstützen. Für gewöhnlich hilft euch Kerlen Heavy Metal um so richtig in eure Krieger-Energie zu kommen… dann haben die Dämonen auch erst mal nichts mehr zu melden. (So gefallt ihr mir eh am besten… nichts ist schlimmer, als wenn Dämonen einen Kerl im Griff haben und er den Krieger in sich vergisst. Da kann Musik schon mal echte Ur-Instinkte wachrütteln…)

 

Also - Musik rein und aufdrehen!

 

3. Übe dich in Realismus

 

Nichts ist schlimmer, als wenn wir den Dämonen-Stimmen Futter liefern.

 

„Das schaffst du eh nicht, du Versager.“ Und dann schaffen wir es wirklich nicht. Oh. Mein. Gott.

Ihr alle wisst, wovon ich gerade rede.

 

Deshalb ist realistisch zu bleiben eine wichtige Sache. Von einem 3-Jährigen erwarten wir auch nicht, dass er das Abitur machen kann. Trotzdem erwarten wir von uns oft, dass wir schon weiter sein sollten, als wir es sind.

Deshalb greift der Anfänger auch schnell mal zum hoffnungslos zu schweren Gewicht/Workout, oder weil er gerade angefangen hat zu laufen, meldet er sich zum Marathon an. 

Dann ist das Geheule groß, wenn es nicht geschafft wird - und der Dämon kann wieder einen Strich zu seiner Strichliste hinzufügen, die er dir beim nächsten mal unter die Nase reiben wird. Dabei ist der erfahrene Marathonläufer auch mit seinem ersten 5km Rennen vor Jahren gestartet. Das übersehen wir nur zu gern. 

Nimm ihm daher lieber jeden Grund zum Angriff. Du musst niemandem was beweisen. Es genügt, wenn du heute ein bisschen besser bist als gestern.

Steck dir realistische Ziele, indem du deinen JETZT Zustand realistisch einschätzt und du TROTZDEM gefordert bist, dein Ziel zu erreichen. Zur Not - frage einen Coach oder Mentor, wie er die Sache einschätzt.

Eine wichtige Sache: Erkenne an, dass erfolgreiche Menschen nicht über Nacht erfolgreich geworden sind! Sie haben RICHTIG Arbeit investiert. Wenn du das sehen und spüren kannst, dann bist auch du bereit die kleinen Schritte zu machen. 

Wenn du dir erste kleine Meilensteine setzt - z.B. ab sofort mache ich 3x die Woche 15 min Sport!

Da kann der Schweinehund nicht meckern - das bringt ihn schließlich nicht um.

Und da du es schaffst, nimmst du auch noch dem Dämon den Wind aus den Segeln.

Boooojaaaaa! Das macht Lust auf das nächste Ziel!

 

So, nochmal kurz zur Zusammenfassung:

Wie hälst du also nun beide auseinander?

Mein Tip - Stelle zwei Fragen: 

1. „Bringt mich das jetzt um, wenn ich das jetzt mache?“ (Der Schweinehund wird daraufhin mit „JAAAA!“ Antworten. Und du darfst lachen, weil dich 5 Liegestützen ja jetzt wirklich nicht umbringen werden.

2. „Fühle ich mich schlecht? Ohnmächtig? Energielos?“ - Dann ist die Bratpfanne des Dämons gerade über deinen Kopf gezückt und hat die Sterne zum Schwanken gebracht. 

 

Oft öffnet der Schweinehund die Türe und der Dämon schleicht ein. 

 

Schweinehund: „Aber die Couch wäre doch jetzt auch eine Option!“

Dämon (nutzt die Gelegenheit): „Ja, du Versager schaffst das sowieso nicht. Bleib besser gleich auf der Couch liegen.“

Du: "Also, Fiffi, die 5 Liegestütze bringen uns ja nicht um, oder? Komm, lass uns Gassi gehen... 

... und... ich kann dich nicht hören... wo war gleich nochmal meine Playlist...? Ah... das tut gut... If I was you I'd wanna be me, too!!!"

 

 

Also, nochmal ganz kurz zusammengefasst:

  1. Du machst dir den Schweinehund zum Freund
  2. Du stellst dich deinem inneren Dämon - immer und immer wieder, bis du dein eigener Krieger wirst. Kein Weglaufen auf die Couch mehr. No Excuses.

Viel Freude beim Beobachten und stärker werden! Wir sehen uns in der Arena… Aho! 

Eure Anja

 

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